Luftmassen
Eine Luftmasse ist ein großes Luftvolumen mit weitgehend einheitlichen Temperatur- und Feuchteeigenschaften. Sie bildet sich über Quellgebieten, wo Luft längere Zeit über einer gleichartigen Oberfläche liegt: arktisch (kalt, trocken), polar (kühl), tropisch (warm), maritim (feucht), kontinental (trocken).
Wenn eine Luftmasse ihr Quellgebiet verlässt und über andere Oberflächen wandert, verändert sie sich: maritime polare Luft (mP) über dem warmen Golfstrom wird labil und bringt Schauer. Kontinentale tropische Luft (cT) aus der Sahara bringt Dunst und hohe Temperaturen.
Warmfront
An einer Warmfront schiebt sich warme Luft über die zurückweichende kältere Luft. Die Warmluft gleitet langsam (Neigung 1:150) auf und kühlt dabei ab. Typische Wolkenfolge in Annäherung: Ci → Cs → As → Ns mit zunehmendem und anhaltendem Niederschlag.
Wetter an der Warmfront: fallender Luftdruck, Sicht verschlechtert sich allmählich, tiefe Wolkenuntergrenzen, anhaltender Regen oder Nieselregen. Nach dem Frontdurchgang: Temperatur steigt, Druck stabilisiert sich, Sicht kann durch Dunst eingeschränkt bleiben.
Kaltfront
An einer Kaltfront schiebt sich kalte Luft unter die vorhandene Warmluft und hebt diese steil an (Neigung ca. 1:50). Die Hebung ist stärker als bei der Warmfront, daher entwickeln sich Cumuluswolken und Cumulonimbus.
Wetter an der Kaltfront: rasche Windrichtungsänderung (Rechtsdrehung auf der NH), Böen, Schauer, eventuell Gewitter, gute Sicht nach Frontdurchgang. Das Frontband ist schmal — das schlechte Wetter dauert meist nur 1–2 Stunden, ist dafür aber intensiver.
Okklusion und stationäre Front
Eine Okklusion entsteht, wenn die schnellere Kaltfront die Warmfront einholt und die Warmluft vom Boden abhebt. Es gibt Warmfrontokklusion (wenn die nachrückende Kaltluft wärmer ist als die vorlaufende) und Kaltfrontokklusion (umgekehrt). Die Wetterbedingungen sind eine Mischung aus Warm- und Kaltfrontwetter.
Eine stationäre Front bewegt sich kaum. Sie kann über Tage hinweg wechselhaftes Wetter mit anhaltenden Niederschlägen und tiefen Wolken bringen. In der Realität sind die meisten Fronten nicht so klar definiert wie im Lehrbuch.
- Luftmassen: nach Quellgebiet (arktisch, polar, tropisch) und Oberfläche (maritim, kontinental)
- Warmfront: langsame Hebung, Ci→Cs→As→Ns, anhaltender Regen
- Kaltfront: steile Hebung, Cu/Cb, Böen, Schauer, rasche Besserung danach
- Okklusion: Kaltfront holt Warmfront ein, Mischcharakter
- Kaltfrontdurchgang: Wind dreht rechts (NH), Druck steigt, Sicht wird besser
- 1Was kennzeichnet eine maritime polare Luftmasse?
- 2Welche typische Wolkenfolge kündigt eine herannahende Warmfront an?
- 3Warum sind Kaltfronten oft mit stärkeren Wettererscheinungen verbunden?
- 4Was ist eine Okklusion?