Dualzündung und Magnetzünder
Flugmotoren haben zwei unabhängige Zündsysteme (Dual Ignition): jeweils einen Magnetzünder links (L) und rechts (R), jeder versorgt einen eigenen Satz Zündkerzen. Jeder Zylinder hat zwei Zündkerzen — redundant und effizienter.
Magnetzünder erzeugen selbstständig Strom durch Rotation — sie sind unabhängig von der Bordstromversorgung! Selbst bei totalem Ausfall der Elektrik läuft der Motor weiter, solange ein Magnetzünder funktioniert.
Zündschalter (Magneto Switch)
Der Zündschalter hat die Stellungen: OFF — L — R — BOTH. Bei OFF werden beide Magnete geerdet (kurzgeschlossen) → keine Zündung. BOTH = Normalbetrieb mit beiden Magnetzündern.
Vorsicht: Steht der Schalter versehentlich auf OFF, sind die Magnete nicht mechanisch blockiert! Ein scharfer Magnet kann trotzdem zünden, wenn der Propeller bewegt wird → Lebensgefahr beim Handpropellerdrehen (Hand Propping).
Magnetcheck vor dem Start
Der Magnetzündungscheck (Magneto Check) wird beim Motorlauf auf der Abstellfläche durchgeführt: Von BOTH auf L schalten → Drehzahlabfall ablesen. Zurück auf BOTH. Dann auf R → Drehzahlabfall ablesen. Zurück auf BOTH.
Akzeptabler Drehzahlabfall: max. 150 RPM pro Seite (POH beachten). Differenz zwischen L und R: max. 50 RPM. Größerer Abfall: möglicherweise defekte Zündkerze, defekter Magnet oder falscher Zeitpunkt. Keinesfalls starten, wenn ein Magnet keinen Abfall zeigt — das deutet auf einen „live“ Magneten hin.
- Dualzündung: 2 Magnetzünder, 2 Zündkerzen pro Zylinder
- Magnete arbeiten unabhängig von der Bordelektrik
- Zündschalter: OFF / L / R / BOTH — Normal = BOTH
- Magnetcheck: max. 150 RPM Abfall, max. 50 RPM Differenz
- Kein Drehzahlabfall = defekter (live) Magnet → nicht starten!
- 1Warum hat ein Flugmotor zwei Zündsysteme?
- 2Was bedeutet es, wenn bei einem Magneten kein Drehzahlabfall auftritt?
- 3Warum ist Handpropellerdrehen gefährlich?