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Zündanlage

20 min

Dualzündung und Magnetzünder

Flugmotoren haben zwei unabhängige Zündsysteme (Dual Ignition): jeweils einen Magnetzünder links (L) und rechts (R), jeder versorgt einen eigenen Satz Zündkerzen. Jeder Zylinder hat zwei Zündkerzen — redundant und effizienter.

Magnetzünder erzeugen selbstständig Strom durch Rotation — sie sind unabhängig von der Bordstromversorgung! Selbst bei totalem Ausfall der Elektrik läuft der Motor weiter, solange ein Magnetzünder funktioniert.

Zündschalter (Magneto Switch)

Der Zündschalter hat die Stellungen: OFF — L — R — BOTH. Bei OFF werden beide Magnete geerdet (kurzgeschlossen) → keine Zündung. BOTH = Normalbetrieb mit beiden Magnetzündern.

Vorsicht: Steht der Schalter versehentlich auf OFF, sind die Magnete nicht mechanisch blockiert! Ein scharfer Magnet kann trotzdem zünden, wenn der Propeller bewegt wird → Lebensgefahr beim Handpropellerdrehen (Hand Propping).

Magnetcheck vor dem Start

Der Magnetzündungscheck (Magneto Check) wird beim Motorlauf auf der Abstellfläche durchgeführt: Von BOTH auf L schalten → Drehzahlabfall ablesen. Zurück auf BOTH. Dann auf R → Drehzahlabfall ablesen. Zurück auf BOTH.

Akzeptabler Drehzahlabfall: max. 150 RPM pro Seite (POH beachten). Differenz zwischen L und R: max. 50 RPM. Größerer Abfall: möglicherweise defekte Zündkerze, defekter Magnet oder falscher Zeitpunkt. Keinesfalls starten, wenn ein Magnet keinen Abfall zeigt — das deutet auf einen „live“ Magneten hin.

Kernpunkte
  • Dualzündung: 2 Magnetzünder, 2 Zündkerzen pro Zylinder
  • Magnete arbeiten unabhängig von der Bordelektrik
  • Zündschalter: OFF / L / R / BOTH — Normal = BOTH
  • Magnetcheck: max. 150 RPM Abfall, max. 50 RPM Differenz
  • Kein Drehzahlabfall = defekter (live) Magnet → nicht starten!
Selbsttest
  1. 1Warum hat ein Flugmotor zwei Zündsysteme?
  2. 2Was bedeutet es, wenn bei einem Magneten kein Drehzahlabfall auftritt?
  3. 3Warum ist Handpropellerdrehen gefährlich?
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