Landestrecke und Landerollstrecke
Landestrecke (Landing Distance Required, LDR): Vom Überqueren des 50-ft-Hindernisses bis zum Stillstand. Landerollstrecke (Landing Ground Roll): Vom Aufsetzen bis zum Stillstand. Beide Werte im POH für Standardbedingungen.
Die Landegeschwindigkeit ist proportional zur Wurzel der Masse: 10 % mehr Masse ≈ 5 % höhere Anfluggeschwindigkeit ≈ 10 % längere Landestrecke. Leichteres Flugzeug = kürzere Landung.
Einflussfaktoren
Wind: Gegenwind verkürzt die Landestrecke erheblich (geringere Groundspeed). Rückenwind verlängert drastisch. Dichtehöhe: Höhere DA = höhere TAS bei gleicher IAS = längere Landestrecke. Effekt ist geringer als beim Start (kein Leistungseinfluss).
Bahnzustand: Nass = Aquaplaning-Gefahr, längerer Bremsweg. Gras = mehr Rollreibung (kann kürzer oder länger sein je nach Zustand). Bahnneigung: Landung bergauf begünstigt kürzere Strecke. Klappen: Volle Klappen = steilerer Anflug, niedrigere Geschwindigkeit, kürzere Landung.
Sicherheitsfaktoren und Durchstarten
EASA-Empfehlung: Sicherheitsfaktor 1,43 auf die POH-Landestrecke. Die faktorisierte Strecke muss in die verfügbare Landebahn passen. Bei nasser Bahn: zusätzlich Faktor 1,15.
Go-Around (Durchstarten): Wenn die Landung nicht sicher ist — sofort Vollgas, Steigflug einleiten, Klappen stufenweise einfahren. Entscheidung früh treffen! Lieber einmal zu viel durchstarten als eine unsichere Landung riskieren.
- LDR: 50 ft bis Stillstand. Landing Roll: Aufsetzen bis Stillstand
- 10 % mehr Masse ≈ 10 % längere Landestrecke
- Rückenwind verlängert Landestrecke drastisch
- Sicherheitsfaktor 1,43 (trocken), zusätzlich 1,15 (nass)
- Go-Around-Entscheidung früh treffen!
- 1Welche Faktoren beeinflussen die Landestrecke?
- 2Welchen Sicherheitsfaktor empfiehlt EASA?
- 3Wann entscheiden Sie sich für ein Durchstartmanöver?