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Wind

30 min

Entstehung des Windes

Wind entsteht durch Druckunterschiede in der Atmosphäre. Luft strömt vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet. Die Druckgradientkraft (PGF) ist die treibende Kraft — je enger die Isobaren auf einer Wetterkarte liegen, desto stärker ist der Wind.

Die Corioliskraft lenkt die Strömung auf der Nordhalbkugel nach rechts ab. In der freien Atmosphäre (Höhenwind) stellt sich ein Gleichgewicht zwischen PGF und Corioliskraft ein: der geostrophische Wind weht parallel zu den Isobaren.

Bodenwind vs. Höhenwind

Am Boden wird der Wind durch Reibung abgebremst und zusätzlich zum Tiefdruckzentrum hin abgelenkt. Über Land beträgt der Bodenwind ca. 2/3 des Höhenwindes und ist etwa 30° nach links gedreht (Nordhalbkugel). Über See ist die Reibung geringer, daher ist der Bodenwind stärker.

In METAR und ATIS wird der Bodenwind als missweisende Richtung und Geschwindigkeit in Knoten (kt) angegeben. Im Höhenwetterbericht (SIGWX, Upper Wind Charts) werden Richtung und Geschwindigkeit in der freien Atmosphäre dargestellt.

Lokale Windsysteme

Land-/Seewind: Tagsüber erwärmt sich das Land schneller als das Meer, warme Luft steigt auf → Seewind (vom Meer zum Land). Nachts kehrt sich der Effekt um → Landwind. An Küsten ein regelmäßiges Phänomen.

Berg-/Talwind: Tagsüber erwärmen sich Hänge und erzeugen einen Aufwind (Talwind bergan). Nachts kühlt die Luft an den Hängen ab und fließt talwärts (Bergwind). Anabatischer Wind = aufwärts, katabatischer Wind = abwärts.

Gefahren durch Wind

Seitenwind bei Start und Landung: Maximal zulässige Seitenwindkomponente beachten (POH). Die Seitenwindkomponente kann mit der Faustformel berechnet werden: Gesamtwind × sin(Winkel zwischen Wind und Pistenrichtung).

Lee-Turbulenzen und Rotoren entstehen, wenn starker Wind über Berge oder Hügel strömt. Föhn (warmer, trockener Fallwind) kann extrem starke Turbulenzen und plötzliche Wetteränderungen verursachen. Windscherung (plötzliche Änderung von Windrichtung/-stärke) ist besonders bei Start und Landung gefährlich.

Kernpunkte
  • Wind: Luft strömt von Hoch zu Tief, angetrieben durch die Druckgradientkraft
  • Corioliskraft: Ablenkung nach rechts auf der Nordhalbkugel
  • Bodenwind: ~2/3 des Höhenwindes, 30° nach links gedreht (über Land, NH)
  • Seewind tagsüber, Landwind nachts; Talwind tagsüber, Bergwind nachts
  • Seitenwindkomponente = Wind × sin(Abweichungswinkel)
  • Lee-Turbulenzen und Föhn: große Gefahr im Gebirge
Selbsttest
  1. 1Warum bläst der geostrophische Wind parallel zu den Isobaren?
  2. 2Wie unterscheidet sich der Bodenwind vom Höhenwind?
  3. 3Wann bläst der Seewind und warum?
  4. 4Wie berechnet man die Seitenwindkomponente?
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