Windscherung und Wirbelschleppen
Windscherung (Windshear)
Windscherung ist eine plötzliche Änderung der Windrichtung und/oder -stärke über eine kurze Entfernung. Besonders gefährlich im Anflug und beim Start, da wenig Höhe und Geschwindigkeit als Puffer vorhanden sind.
Ursachen: Gewitter (Downbursts/Microbursts), Fronten, Inversionsschichten, Geländeeffekte (Lee-Turbulenzen), Großflächige Druckunterschiede. Ein Microburst erzeugt zunächst starken Gegenwind (Geschwindigkeit steigt), dann plötzlichen Rückenwind (Geschwindigkeit fällt — Sinkrate steigt dramatisch).
Wirbelschleppen (Wake Turbulence)
Jedes Flugzeug erzeugt an den Flügelspitzen Randwirbel (Vortices). Je schwerer und langsamer das Flugzeug, desto stärker die Wirbel. Einteilung: HEAVY (> 136 t), MEDIUM (7–136 t), LIGHT (< 7 t).
Wirbelschleppen sinken ab (ca. 300–500 ft/min) und driften mit dem Wind. Sie lösen sich nach 2–3 Minuten auf. Ein leichtes Flugzeug, das in die Wirbelschleppe eines schweren Flugzeugs gerät, kann unkontrollierbar rollen.
Vermeidungsstrategien
Windshear: Bei Verdacht auf Microburst (Virga, Gewitterzellen nah am Platz): nicht starten/landen! Wenn im Anflug in Windshear geraten: volle Leistung, Pitch Up, Durchstartverfahren (Go-Around).
Wake Turbulence: Mindestens 2 min (hinter Medium) bzw. 3 min (hinter Heavy) Abstand halten. Beim Start: vor dem Rotationspunkt des Vorausfliegenden abheben. Bei Landung: hinter dem Aufsetzpunkt des Vorgängers aufsetzen. Bei Seitenwind: auf die windabgewandte Seite achten.
- Windshear: plötzlicher Windänderung, gefährlich bei Start/Landung
- Microburst: Gegenwind → Rückenwind → Sinkrate steigt dramatisch
- Wake Vortices: sinken ab, driften mit dem Wind, 2–3 min Auflösung
- Leichte Flugzeuge besonders gefährdet durch Wake Turbulence
- Abstand halten: 2–3 min hinter größeren Flugzeugen
- 1Was passiert bei einem Microburst im Endanflug?
- 2Wie verhalten sich Wirbelschleppen nach der Entstehung?
- 3Welchen Abstand halten Sie hinter einem Heavy-Flugzeug?
- 4Wie reagieren Sie auf Windshear im Anflug?